Kathrin Heinrichs

Presse

Westfalenpost, 28.01.2012

Ein runder Abend mit Ecken

Sauerlandkrimiautorin Kathrin Heinrichs gastiert im Finnentroper Kino

Finnentrop. Zu einem Lese-Kabarett-Abend hatte die Kulturgemeinde Finnentrop am Mittwochabend ins örtliche Kino geladen. Kathrin Heinrichs, Autorin der Sauerland-Krimis, war zu Gast, um mit ihrem Programm „eckig und rund“ einen kurzweiligen Abend zu bieten.

Vincent Jacobs heißt die Figur, die in Kathrin Heinrichs Sauerlandkrimis vom Verbrechen verfolgt wird. Der Junglehrer und Hobbyermittler meistert seine Fälle mit einer guten Prise Humor. Insgesamt acht Sauerlandkrimis sind bislang erschienen, der neueste heißt „Salamitaktik“ und spielt auf dem Fußballplatz.
     Doch zunächst wollte die 40-Jährige erst einmal wissen, wer sie noch nie live gesehen hat und ihre Figuren auch nicht kennt. Voller Überraschung musste Kathrin Heinrichs registrieren, dass rund die Hälfte der Gäste im Kino sie zum ersten Mal auf der Bühne erleben durfte.
     „Während ich mal kurz erkläre, worum es geht, können die anderen ja schon mal was ausmalen“, so ihr Rat. Doch auch Kenner der Sauerlandkrimis lieben die Szene, wenn Vincent zum ersten Mal Bekanntschaft mit der sauerländischen Ommma (Oma mit drei m) macht und das Leben auf dem Dorf in voller Breitseite kennenlernt.
     Danach gab es eine Kostprobe aus dem neuesten Krimi, bei dem auch Finnentrop und der damit verbundene erfolgreiche Frauenfußball nicht zu kurz kommen. Nur Ommma, die kommt in dem neuen Band nicht mehr vor, denn sie hat das zeitliche gesegnet.
     Doch dafür gab es ein kurzes und knackiges Gedicht: „Mit 88 sacht Omma: Ich geh dann schomma.“ Doch neben den Sauerlandkrimis hat die gebürtige Langenholthausenerin noch mehr zu bieten.
     So wird in ihren Nelly-Geschichten der Alltag mit seiner ganzen Absurdität unter die Lupe genommen. Es geht um Umkleidekabinen, Kundenkarten und Warten an der Einkaufskasse.
     Situationen, die jeder kennt und schon erlebt hat, werden hier mit einem Augenzwinkern dargestellt, denn wer hat wirklich schon mal in einer Lotto-Annahmestelle gefragt, wie das mit der Suchtgefahr bei Glücksspielen ist, Auch das Leben mit drei Kindern und den damit verbundenen Pflichten und Sorgen als Eltern war den meisten im Publikum bestens bekannt. Gekonnt spielte Kathrin Heinrichs mit der Sprache, ging der Bedeutung der Namen sauerländischer Provinzdörfer und Metropolen wie Iserlohn - „da fehlt das „F“, früher hieß es „fieser Lohn““ - ein. „Finnentrop“ ist nur ein altes Wort für einen Saunaaufguss und „Helefeld“ wurde nach einem Auto benannt, das nach einem Regen von dem Ort wegfuhr. Was bleibt da über? „Ein helles Feld.“
     Nach der Halbzeitpause, in der Kathrin Heinrichs Bücher signierte, ging es weiter mit Helga Hammer-Gescheidt, der Vorsitzenden der ersten Selbsthilfegruppe für Lehrerfrauen. Humor pur, der mit anhaltendem Applaus bedacht wurde.

Süderländer Volksfreund, 21.11.2011

Ein Kaffeeautomat mit ADS

Kabarettistin und Autorin Kathrin Heinrichs begeistert ihr Publikum in Balver Pfarrheim

  Balve. „Ich habe Heilbügel als Entspannungsoase für mich entdeckt – ätherische Öle im Dampfbügeleisen sorgen für eine ganz angenehme Atmosphäre“, auch leicht umsetzbare Tipps für den Alltag hielt Kathrin Heinrichs bereit. Der „Lesekabarettabend mit Musik“ hatte es in sich: Mit neuem Programm stand die Kabarettistin und Autorin auf der Bühne.
     Beginnend mit einem Kapitel aus „Salamitaktik“, dem achten Krimi um Kommissar Vincent Jacobs - dieses Mal mit einem Mord im Fußballverein – stellte sie ihre humorvollen Betrachtungen auch in diesem Metier unter Beweis. Nach drei Jahren liegt nun der neue Band vor, in dem die Sauerländer und ihre Eigenheiten wieder eine Rolle spielen, auch wenn es gilt, ein Verbrechen aufzuklären. Sechs Monate hatte Heinrichs für Fall Acht gebraucht: „Ich möchte alle zwei Jahre ein neues Buch oder ein neues Programm herausbringen“, stellte sie hinter der Bühne ihre Ziele vor.
     Auf der Bühne sind diese Unterhaltung mit Themen aus dem Leben. Und da kommt Nelly ins Spiel. Zwei Bücher gibt es bereits aus ihrem Leben; zwei neue Geschichten über ein Karnevalskostüm und die Garderobenfrage für den Schulabschlussball wurden vorgestellt. Auch die Bedeutung der Ortsnamen fanden einen Platz, und zwar in der „Seminararbeit“ während ihres Germanistikstudiums in Köln. Gerne zitierte sie daraus, und wusste zu berichten, dass „Balve“ seinen Ursprung als Trinkspruch hat. Die Entgegnung darauf lautete: „Auch!“ Dazwischen gab es „Wildes Holz“, Musik mit Blockflöte (Tobias Reisige), Gitarre (Anto Karaula) und Kontrabass (Markus Conrads). Sie überzeugten mit einer Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, so auch beim „Sauerland“-Lied.
     Lehrerfrau Helga Hammer-Gescheidt gehörte die Bühne nach der Pause. Gerne erzählte sie von ihrem Beagle Bodo: „Eine Frau braucht auch positive Erlebnisse in ihrem Leben.“ Ehemann „Bennart“ hat damit ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen, die auch im Schnarchverhalten mithalten kann. In ihren Betrachtungen lässt Kathrin Heinrichs nicht einmal die Haushaltsgeräte aus: „Unser Kaffeeautomat giert nach Aufmerksamkeit. Der hat ADS!“ Hund, Ehemann, Haushalt – der graue Alltag wurde durch verschiedene Charaktere bunt dargestellt, sodass der Abend, veranstaltet von der Kolpingfamilie, zu einem Erfolg wurde.

Westfälische Rundschau, 15.11.2011

Neues von „Omma“ und „Bennard“

Landfrauen landen Volltreffer: Bei Kathrin Heinrichs bleibt kein Auge trocken

         Nordwalde. Witzig, spritzig und kurzweilig. So erlebten rund 400 begeisterte Besucher die Krimiautorin und Kabarettistin Kathrin Heinrichs am Freitagabend im randvoll besetzten KvG-Forum. Die dreifache Mutter aus dem Land der 1000 Berge glänzte mit ihrem neuen Programm „eckig und rund“ als Alleinunterhalterin in verschiedenen Rollen und spielte dabei mit vielen Klischees. Sie offenbarte immer wieder etwas von sich selbst und nahm die Besucher mit in ihr heimatliches Sauerland.
     Bei „eckig und rund“ liegt es einmal alles nahe, so die Kabarettistin, dass das Runde ins Eckige soll. Daher begann sie aus ihrem achten und neuesten Sauerland-Krimi „Salamitaktik“ vorzulesen. Der spielt im Fußballmilieu von Rot-Weiß Ermede, dem Detektiv Vincent Jacobs und dessen fußballerisch unbegabten Sohn Paul, „der beim 7:5-Sieg zwar keinen Ball berührt, deshalb aber auch nicht an den Gegnertoren beteiligt war.“ Bald kommt der Erfolgstrainer bei einem Brandanschlag ums Leben. Mehr verrät sie nicht.
     In ihrem Kriminalroman ist „Omma“ - mindestens mit zwei m – zur Kultfigur geworden. Omma, die immer am Kopfende des großen Eichentisches thronte und jeden fremden Besucher erst einmal fragte: „Sind Sie katholisch?“. Heinrichs hatte für die in einem Vorgängerroman verstorbene alte Dame jetzt nur noch einen Zweizeiler: „Mit 88 sacht Omma: Ich geh dann schomma.“
     Mit Dialogen und Kurzgeschichten über Nelly, Kleiderproblemen beim Abschlussball ihrer Tochter Henriette, Heilbügeln, Bauchtanz, der freundlichen „Hallo“-Verkäuferin an der Supermarktkasse und Suchtgefahren beim Lottospielen ging es in die verdiente Halbzeitpause.
     Danach kam Heinrichs als Kabarettfigur Helga Hammer-Gescheidt wieder. Sie erzählte von den Erfahrungen mit ihrem modernen vollautomatischen Kaffeeautomaten, der „dauernd nach Aufmerksamkeit und Bedienung schreit“, schimpfte über das leidliche Leben mit Ehemann „Bennard“ und erfreute sich eigentlich nur an Hund Bodo: „Man braucht ja auch mal ein positives Erlebnis.“ Viele Alltagsbegebenheiten, aufmerksam beobachtet und treffend beschrieben. Mimik und Gestik ergänzten den oft hintergründigen Humor und brachten das Publikum immer wieder zum Lachen und Klatschen.
     Nach 90 Minuten und einer satten Pause mit Sekt, Saft und Schnittchen wurde das Spiel abgepfiffen. Im Ergebnis gab es nur Gewinner: Das Publikum hatte sich prächtig amüsiert und die veranstaltenden Landfrauen-Ortsverbände mit Kathrin Heinrichs einen Volltreffer gelandet.

Hellweger Anzeiger, 03.10.2011

Vincent Jacobs leitet Kabarett-Sturm ein

Kathrin Heinrichs überzeugt mit vielseitigem Programm auf der Wilhelmshöhe

     Menden. Das neue Buch „Salamitaktik“ spielte nur ganz am Anfang eines berauschenden Kabarett-Abends eine Rolle. Und so ließ Kathrin Heinrichs auf der Wilhelmshöhe offen, wie die Geschichte rund um den Fußballverein Rot-Weiß Ermede ausgeht.
     „Eckig und rund“ heißt das neue Programm, mit dem die Autorin und Kabarettistin bei ihrem Heimspiel auf der ausverkauften Wilhelmshöhe einen gelungen Steilpass in die Spitze der Unterhaltung spielte. „Zunächst liegt es natürlich nahe, dass das Runde ins Eckige soll“, erklärte Kathrin Heinrichs mit Blick auf ihre Fußballgeschichte. Doch auch in der Folge des zweieinhalbstündigen Abends ging es immer wieder um runde und eckige Dinge.
     Die Mendenerin spielte dabei mit Klischees, offenbarte immer wieder etwas von sich selbst und entführte ihre Gäste im Sauerland ins Sauerland: „Sie dürfen sich das aussuchen, ob sie eher an kantige Menschen in einer hügeligen Welt denken oder an rundliche Menschen in einem kantigen Mittelgebirge.“
     Da wollte die ebenso kultige wie einzigartige Formation „Wildes Holz“ mit Markus Conrads, Anto Karaula und Tobias Reisige in nichts nachstehen: Der Hit „Sauerland“ von Zoff bekam dabei rhythmisches Feuer, das ihn zu etwas Besonderem macht. „Wildes Holz“ spielte sich mitten in die Zuschauerreihen, bot Lady Gagas „Born this way“ als Holz-Version dar.
     Dass „Ommma“ (mit drei m) in Heinrichs‘ neuem Krimi nicht mehr ermitteln kann, ist bedauerlich. Zum Trost gab es das Kurzgedicht „Ommma“ – kurz, präzise und an ihren Abschied erinnernd: „Mit 88 sacht Ommma: Ich geh dann schommma.“
     Überhaupt spielte Kathrin Heinrichs mit der Sprache, ging der Bedeutung der Namen sauerländischer Provinzdörfer und Metropolen wie Iserlohn oder Menden auf den Grund. Bei Menden reichte eine Andeutung: „Ich sach es ma so: Wenn etwas erst gut aussieht und dann doch nicht klappt – das ist ein Flop, das ist Menden.“
     Und auch „Nelly“ durfte bei „Eckig und rund“ nicht fehlen. Die Frau, die Lebensweisheiten versprüht, die ihrer Erfinderin Kathrin Heinrichs so nahe kommt wie wohl kaum eine andere Figur, beschäftigte sich diesmal mit Psychologie, der Erziehung der Eltern und den Problemen, ein Kleid für den Abschlussball der Tochter zu finden, zu kaufen und anzuziehen.
     Mit einem ebenso witzigen wie schmissigen Dialog zwischen der Lotto-Verkäuferin und der nach den Suchtgefahren beim Glücksspiel fragenden Kundin pfiff Kathrin Heinrichs zur Halbzeit – lag da aber schon uneinholbar vorne.
     Und so konnte sie es sich leisten, die körperlich nicht gerade fitte Helga Hammer-Gescheidt zur zweiten Halbzeit einzuwechseln. Die hätte gerne ihr hochmodernes Küchengerät für einen Betrag zwischen 1 300 und 1 450 Euro verkauft, kam aber mit den Geschichten um ihren Beagle Bodo, einer Pilger-Tour auf den Spuren Hape Kerkelings und ihrem Ehegatten „Bennard“ zu sehr vom Thema ab, um noch ein Verkaufsprofi werden zu können.
     Ihre Erfahrungen mit modernen Kaffeeautomaten („Der giert nach Aufmerksamkeit“, „Wer hat denn so'n Ding mit gluck-gluck und Filtertüte?“) und ihre Ausführungen zum „Heil-Bügeln“ als Entspannungsmaßnahme zeigen vielmehr, dass Helga in ihrer eigenen Welt lebt, die sie trotz aller Probleme und Herausforderungen liebt.
     Und das Publikum liebt Helga – ebenso wie Kathrin Heinrichs. Als das Spiel auf der Wilhelmshöhe, umrahmt von frenetischen Fans, nach deutlich mehr als 90 Minuten abgepfiffen wurde, konnte es nur einen Sieger geben: Die sympathische Autorin, die „ihr“ Menden einmal mehr restlos begeistert hat.

 

Westfalenpost, 01.10.2011

Wiedersehen macht Freude

Kathrin Heinrichs stellt neues Programm vor: Vincent Jacobs und Nelly sind zurück

     Menden. Wenn Kathrin Heinrichs einlädt, kommen die Fans in Scharen. So auch gestern Abend: In der ausverkauften Wilhelmshöhe stellte das Mendener Multitalent sein neues Programm „eckig und rund“ vor.
     Der Titel lässt ein gewisses Maß an Fußballaffinität Kathrin Heinrichs' vermuten, doch weit gefehlt, „eckig und rund“ beschäftigt sich hauptsächlich mit den Ecken und Kanten im Leben und mit Zeiten, da man hofft, Selbiges möge bald wieder rund laufen. Doch ein bisschen Fußball kommt auch vor. So in ihrem neuen Krimi „Salamitaktik“ - das langersehnte Wiedersehen mit dem Morde lösenden Pädagogen Vincent Jacobs. Vincent begleitet mittlerweile seinen Filius jeden Samstag zum Fußballspiel. Obwohl Paul suboptimal am Ball begabt ist, genießt Papa die Nachmittage auf dem Platz, wenn auch nur hinterm Waffeleisen. Der Verein schafft überraschend den Aufstieg in die nächste Klasse, das Glück scheint perfekt. Doch als der Erfolgstrainer bei einem Brandanschlag ums Leben kommt, ist es mit der samstäglichen Idylle für Familie Jacobs schlagartig vorbei.
     In Erinnerung an Vincent Jacobs' Schwieger-Oma, von allen nur liebevoll „Ommma“ gerufen, die leider im Band Totenläuten verstarb, hat Kathrin Heinrichs einen kleinen Zweizeiler verfasst: Mit 88 sagt Ommma: „Ich geh' dann schommma“. So kannten und liebten die Leser die Ommma.
     Zwischen den Beiträgen von Kathrin Heinrichs unterhielten einmal mehr „Wildes Holz“ mit ihrem unverwechselbaren Klang die Besucher im großen Saal der Wilhelmshöhe.
     Auch Nelly ist zurück mit neuen Geschichten aus dem Leben. Die dreifache Mutter muss sich nun Gedanken darüber machen, was der Nachwuchs eines Tages vielleicht einem Psychologen erzählen könnte. Seit „Psycho“ weiß jeder, dass die Mutter immer an allem Schuld ist. Welche Mutter hat keine Angst, der Analyse zum Opfer zu fallen? Gegensturm heißt die Devise. Es ist kein Geheimnis, dass Nellys Geschichten stark von der Autorin selbst beeinflusst wurden. Bei Familie Heinrichs regiert halt der Wahnsinn. Die Fans danken es ihr mit Treue und Applaus.

 

Westfalenpost, 29.09.2011

Frau Heinrichs ohne Angst vor Größenwahn

Für den neuen Vincent-Jacobs-Krimi hat die Autorin auf den Fußballplätzen der Region recherchiert / Beim Programm macht es die Mischung

     Menden. Sie ist die Mendener Erfolgsautorin: Kathrin Heinrichs stellt ihr neues Buch und ihr Neues Kabarettprogramm am Freitag auf der ausverkauften Wilhelmshöhe vor. Die WP hat mit ihr im Vorfeld gesprochen.

             Westfalenpost: Schon wieder eine ausverkaufte Wilhelmshöhe, dann auf Tournee durch die Region – Frau Heinrichs, ab wann wird man größenwahnsinnig?
     Kathrin Heinrichs: Ich glaube, das ist bei mir ausgeschlossen. Ich stehe viel zu sehr im Leben, als dass die Pferde mit mir durchgehen könnten. Bei meinen Auftritten schleppe ich selbst die Lautsprecher auf die Bühne, wenn ich vom Auftritt zurückkomme, schaue ich, ob mein Jüngster noch Halsschmerzen hat. Nein, nein, da wird man nicht größenwahnsinnig.

             WP: Nun ist am Freitag die Wilhelmshöhe ja ausverkauft. Machen Sie denen, die keine Karte bekommen haben, doch mal die Nase lang: Was verpassen sie?
     Heinrichs: Sie verpassen einen bunten Mix aus Leseplauderei, neuen Alltagssatiren und Helga-Kabarett. Nach der Vorpremiere darf ich sagen: Es wird viel gelacht. Aber zum Glück kann man ja in der Umgebung noch dabei sein - in Balve oder Iserlohn.

         WP: In Ihrem neuen Buch ermittelt Ihre Hauptfigur Vincent Jacobs in der heimischen Fußballszene. Wie dürfen wir uns Ihre Vorbereitung als Autorin vorstellen? Haben Sie sich jeden Sonntag am Fußballplatz rumgetrieben?
     Heinrichs: Wenn ich mich in ein Thema einarbeite, spreche ich mit allen möglichen Leuten, die involviert sind - in diesem Fall: Fußballeltern, Spieler, Trainer, „Funktionäre“ - und dann geht’s natürlich auch vor Ort. Ich war tatsächlich auf mehreren Plätzen. In Schwitten habe ich - wie Vincent - dann auch gern eine Bratwurst gegessen.

     WP: Buch-Lesung, Kabarett und dann noch Musik mit Wildes Holz: Ist das nicht zu viel für ein Programm?
     Heinrichs: Im Gegenteil. Das Zusammenspiel mit „Wildes Holz“ sorgt dafür, dass man sich vom Text „erholen“ kann. Zuschauer sagen mir, dass sie gerade die Mischung lieben. Und was meine Lese-Kabarett Mixtur angeht: Genau die unterscheidet mich ja von „Nur-Autoren“ oder „Nur -Comedians“. Das verbindende Element ist der Humor.

         WP: Der Vereinspräsident in Ihrem neuen Buch ist der örtliche Wurstfabrikant. Sie sind in Langenholthausen aufgewachsen. Wer steht denn Pate für die Figur: Schalke-Präsident Tönnies oder doch der Bäcker, TuS-Präsident Charly Grothe?
     Heinrichs: Sie sind gut informiert! (lacht) Aber ich möchte niemanden porträtieren ...Tatsächlich gibt es in vielen Dörfern einen Unternehmer, der hinter dem Verein steht. Ein Metzger schien mir da mal ein lohnenswerter Typ. Und dass es mit Tönnies auch im großen Fußballgeschehen einen Wurst- und Fußball-Experten gibt, war eine schöne Parallele.

         WP: Sie hatten ein Jahr Krimi-Pause mit Vincent Jacobs gemacht. Wie war es: Entspannend oder hat es doch in den Fingern gejuckt?
     Heinrichs: Über zehn Jahre habe ich in jedem Herbst ein neues Buch und ein neues Programm herausgebracht - dabei sind die Auftritte immer mehr geworden und die Strecken immer länger. Der Zweijahresrhythmus ist da sicherlich sinnvoller. Ganz nebenbei tut es auch mal gut, zwischendurch etwas Abstand von den Figuren zu gewinnen. Ich habe in der Zwischenzeit viele Kurzkrimis geschrieben - das ist eine schöne Abwechslung und ein Feld zum Experimentieren.

         WP: Ihre Kabarettfigur Helga Hammer-Gescheidt ist ja am Freitag auch wieder mit dabei: Hätte Helga nicht mal Lust auf ein reines Menden-Programm - auch mit politischen Problemen wie Bahnhof oder Sparpaket?
     Heinrichs: Da ich viel unterwegs bin, ist ein reines Menden-Programm für mich nicht günstig. Obwohl Helga sicherlich zu vielem eine ganz spezielle Sicht hätte ...

         WP: Was glauben Sie: Wie wird der Männer-Frauen-Anteil am Freitag sein?
     Heinrichs: Ich tippe auf 70 Prozent Frauen - 30 Prozent Männer. Ein gutes Verhältnis.

     WP: Hand auf’s Herz: Wie hoch ist der Grad der Aufgeregtheit so kurz vor der Premiere?
     Heinrichs: Zum Glück neige ich nicht zum Lampenfieber. Aber eine gewisse Anspannung macht sich natürlich schon breit. Die Premiere in der Heimatstadt ist nun mal etwas ganz Besonderes. Ja, doch, das Herz klopft schon, wenn ich rausgehe.

     WP: Was ist für Sie das Wichtigste am späten Freitagabend, damit Sie sagen: Ja, die Vorstellung ist gelungen?
     Heinrichs: Der Funke muss überspringen - es muss eine Verbindung entstehen zwischen mir auf der Bühne und den Zuschauern im Saal. Dann kommt Begeisterung auf - auf beiden Seiten - und es wird ein schöner Abend. Das ist immer wieder eine große Herausforderung – aber eine schöne.

 

Westfalenpost, 26.09.2011

Angriffe der Wortakrobatin

Kathrin Heinrichs brilliert in Hüsten

         Hüsten. Sie kennt das Sauerland und ihre Menschen genau, schließlich ist sie ein Kinder der 1 000 Berge, 1970 in Langenholthausen geboren und wohnhaft mit ihrer Familie in Menden: Kabarettistin Kathrin Heinrichs. Ihr Talent für den Hintergründigen Humor war am Freitagabend auf Einladung der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Petri in Hüsten zu bestaunen.
     Im voll besetzten Saal des Petrushauses stellte Heinrichs als Vorpremiere ihr brandneues Bühnenprogramm „eckig und rund“ vor – auch viele „Stammkunden“ hatten wieder ihren Spaß an der humorvollen Darbietung und „bogen sich vor Lachen“.
     Wahre Angriffssalven der sympathischen Wortakrobatin mussten die Zwerchfelle der anwesenden Zuschauer über sich ergehen lassen – genau 180 Minuten (netto) lang. Und immer wieder applaudierten die Gäste. Die Grenze auf der Lachskala war nach oben weit geöffnet.
     Im ersten Teil präsentierte die Mendenerin neue Kurzgeschichten und las aus ihrem Roman „Salamitaktik“, der im Fußballmillieu angesiedelt ist. Da man im Verein seines Sohnes jemanden am Waffeleisen braucht, ist Detektiv Vincent Jacobs natürlich wieder nah dran. Sein mitspielender Sohn hat beim 7:5-Sieg des Vereins kein Mal den Ball berührt, war deshalb auch nicht an den Gegentoren beteiligt. Außer ihren neuen Kurzgeschichten gab sie auch den Zweizeiler über ihre neue Kultfigur „Omma“ zum Besten: Mit 88 sagt Ommma: „Ich geh dann schomma.“
     Sie plauderte über die ADS-Erkrankung des neuen Kaffeeautomats, über das topflappenschluckende Thermomix-Gerät und über ihre Kinder, die heute kein Lieder mehr frei singen können: „Was machen die nur später im Altenheim?“ Ihre Satiren beweisen, dass sie ganz genau hinschaut und treffsicher beschreibt.
     Das kam auch wieder im zweiten Teil in Heinrichs' Kabarettfigur Helga Hammer-Gescheidt zum Ausdruck. Deren Haus ist zu groß geworden und wird kurzerhand untervermietet: Hund Bodo – vorne spitz, hinten Windhund, im Ganzen etwas abgedackelt – schläft bei ihr im Bett – und ihr Ehemann Bernhard im Gästezimmer. „Man gönnt sich ja sonst nichts“... Kathrin Heinrichs' scharfzüngige und überaus witzige Kommentare zu den Missgeschicken des Alltags, ergänzt durch gekonnte Gestik, kamen beim Hüstener Publikum hervorragend an – wie schon dreimal zuvor.

 

Neue Westfälische Zeitung, 17.02.2011

Skurrile Sicht auf die alltäglichen Dinge

Kabarett mit Kathrin Heinrichs im Ku-Stall in Ottbergen 
      
        Ottbergen
. Der Abend im mit Herzen geschmückten und bis auf den letzten Platz besetzten Ku-Stall in Ottbergen gehörte eindeutig ihnen: 300 Frauen waren der Einladung des Kreislandfrauenverbandes gefolgt, um das kurzweilige Programm der Mendener Autorin und Kabarettistin Kathrin Heinrichs, alias Helga, zu erleben. Diese hat dem Leben gründlich über die Schulterngeschaut, und ihre Einsichten in locker-witziger Weise dem sich vor Lachen biegenden Publikum nahe gebracht.

   
Bei einem Streifzug durch ihre eigenen Texte stellt Heinrichs ihr Talent unter Beweis, das eine herrlich skurrile Sicht auf die alltäglichen Dinge offenbart. Sowohl ihre Krimis als auch ihre Erzählungen von "Nelly" fesseln durch die leichte Erzählweise, die wunderbar überzeichnet die kleinsten Begebenheiten aufs Korn nehmen.
    Kathrin Heinrichs weiß, wovon sie spricht- wuchs sie doch in einer Großfamilie mit sechs älteren Geschwistern auf, in der sie reichlich Vorbilder für ihre Geschichten fand. Auch Nelly, die Protagonistin zweier ihrer Bücher, sei ihr sehr ähnlich, bekennt sie auf der Bühne. Ob Peinlichkeiten beim Hundespaziergang, Schwierigkeiten in zu engen Umkleidekabinen oder Kassenschlangenpositionskämpfe im Supermarkt- Heinrichs beschreibt detalliert und zugespitzt, sodass sich die Zuhörer vor Lachen kaum halten können.
    Seit zehn Jahren macht Heinrichs sich auch als "Helga" über das Leben im Allgemeinen und Männer im Besonderen so ihre Gedanken- und trifft mit ihrem Jubiläumsprogramm genau ins Schwarze bei den gutgelaunten Landfrauen im Saal, die sich herrlich über ihre Ausführungen amüsieren. Sie erfahren, dass Männer wie im Drier- Pack Socken sind und warum die Frühpensionierung des Mannes ein Schicksalsschlag für die Ehefrauen ist.
    Die Motorradutensilien des alternden Gatten werden nicht im Fachgeschäft, sondern im Sanitätshaus (vom Treppenlift direkt auf den orthopädisch geformten Motorradsitz) gekauft. Und die Frau im Navigationsgerät, die immer alles besser weiß, kann man zur Weißglut bringen, indem man einfach entgegengesetzt der angegebenen Richtung fährt.
    Heinrichs versteht ihr Handwerk und macht aus jeder noch so kleinen Banalität eine herrliche Geschichte. Auch wenn man erst "Gebiss und Hörgerät suchen muss, um nach der Brille fragen zu können"- Helga zu sehen ist es allemal wert.

 

Westfälische Nachrichten, 24.06.2010

Ein mörderisches Trio

     Mehr als 150 Gäste amüsieren sich bei Lesung von Kathrin Heinrichs

    Warendorf. „Es wird ein guter Tag, denkt sie beim Aufwachen. Nein, sie fühlt es“, beginnt Kathrin Heinrichs am Dienstagabend ihren mit Spannung erwarteten Warendorfer
 Kurzkrimi. Mehr als 150 Gäste genossen köstliche kulinarische Gerichte, edle Weine und eine höchst amüsante Lesung der Autorin und Kabarettistin. Kurzerhand war die Kooperationsveranstaltung von Buchhändler Reinhard Hesse (Ebbeke) und Hotelier Gerhard Leve aufgrund der überraschend hohen Resonanz vom „Engelchen“ in den großen Saal im Hotel „Im Engel“ verlegt worden. Dementsprechend verzögerte sich der Beginn um eine halbe Stunde, doch das gut gelaunte Publikum wartete geduldig auf die lokale Mordgeschichte „Whenn shall we three meet again in Warendorf?“ aus dem soeben erschienenen Sammelband „Mörderisches Münsterland“.
    Bea ist verzweifelt, die künstliche Befruchtung schlug fehl und jetzt wollen sie und Karl eine Auslandsadoption vornehmen. Wie gut, dass ihre früheren Studienkolleginnen Chris und Simone Bea an diesem Freitag besuchen. Es fehlt nur noch das Gutachten. Doch Sachbearbeiter Deikmann ist erkrankt, sein Kollege Hollwitt kündigt kurzfristig seinen Besuch an. Wird alles glatt gehen? Oder müssen die drei Freundinnen „das Schicksal wieder zum Guten wenden“? Schon zweimal haben sie Männer, die es verdient haben, aus dem Weg geräumt. „Simone hat nicht umsonst Pharmazie studiert.“
    Mit witzigen Dialogen beschrieb Kathrin Heinrichs die Charaktere der drei Frauen, nahm oft Bezug auf die Warendorfer Örtlichkeiten und zur Erheiterung des Publikums den „Pferdewahnsinn“ gekonnt auf die Schippe: „Vor jedem Geschäft ein Zosse.“ Doch wie es im Kurzkrimi weiter geht, verriet die Autorin natürlich nicht.
    „Sind Sie katholisch?“, fragt „Ommma“ Vincent Jakobs, der Besuch des Protagonisten aus Heinrichs' sauerländischen Krimis „Ausflug ins Grüne“ und „Der König geht tot“. Das Publikum amüsierte sich auch prächtig, als die Autorin aus „Nelly und das Leben“ vortrug. Klassenpflegschaft, Tupperparty, Einkauf im Supermarkt, Älter werden- diese satirisch aufbereiteten Alltagserlebnisse konnte offensichtlich jeder mühelos nachvollziehen.

Die Glocke, 24.06.2010

Mörderisches mit Emsstadt- Flair

      Warendorf. Ist Warendorf der ideale Ort für den perfekten Mord? Diese Frage zumindest dürften sich jetzt einige Bürger stellen, die am Dienstagabend im Hotel „Im Engel“ zu Gast waren. Nicht, dass hier tatsächlich ein Mord geschehen wäre. Vielmehr stellte die Autorin und Kabarettistin Kathrin Heinrichs ihr neuestes Werk vor, das der „Wilsberg“- Schreiber Jürgen Kehrer in einem Sammelband über das „Mörderische Münsterland aufgenommen“ hat.

        Der Band erscheint voraussichtlich in der folgenden Woche. Eigens für die Veranstaltung hatte der Verlag allerdings eine Sonderauflage vorab geliefert. Von dem Ansturm auf die kabarettistische Lesung im Hotel „Im Engel“ waren die Veranstalter Reinhard und Maria Hesse von der Buchhandlung Ebbeke und der Engel- Chef Gerhard Leve regelrecht überwältigt. Mehr als 150 Gäste wollten sich die Lesung nicht entgehen lassen. Damit kamen mehr als doppelt so viele Interessierte, als zunächst gedacht.
    Und die lernten Warendorf von einer anderen Seite kennen. „Kennst du irgendeine Stadt, in der Klamotten in einem alten Ballsaal verkauft werden? Wo in klassizistischem Ambiente Miniröcke anprobiert werden?“, fragt zum Beispiel eine der Figuren in der Geschichte. Eigens für den Kurzkrimi war Kathrin Heinrichs zwei Tage auf Recherchereise in der Emsstadt, hatte im „Zum Schwanen“ ein Nudelgericht gegessen und im „Hinz und Kunz“ einen Cappuccino getrunken. „Warendorf hat echt kultige Gaststätten, das Gesamtbild ist sehr idyllisch“, sagte die Autorin, für die John- Boy von den Waltons noch vor Reinhard Mey die erste große Liebe war, im Gespräch mit der „Glocke“.Besonders beeindruckt sei sie von der Schwarzen Madonna in der Laurentiuskirche gewesen. Die Mutter von drei Kindern im, die sie sagte, „pflegeleichten Alter“ hatte eine Einzelführung von Beate Potthoff vom Warendorfer Stadtmarketing bekommen, um sich ein umfassendes Bild von der Stadt zu machen. Doch nicht nur das Landgestüt, der Emssee und die Gaststätten kommen in ihrem Krimi vor. Selbst die Bauernschaft Velsen, die Landvolkshochschule Freckenhorst und natürlich Pferde finden ihren Platz. Über den Krimi hinaus las sie aus einigen ihrer Sauerlandkrimis, in denen Gestalten wie Vincent Jakobs oder „Ommma“ mit mindestens drei „m“ vorkommen.
    Garniert wurde der Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten vom Hotel „Im Engel“.

Süderländer Volksfreund, 19.01.2010

"Drunter und Drüber"

         Kathrin Heinrichs feiert mit einem neuen Programm ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum. Lesung mit Musikbeiträgen.
     Balve
. Ehemann, Einkaufen, Kinder und auch noch der Hund- alles findet wohlwollende Betrachtung, wenn Kathrin Heinrichs ihre Romanfigur Nelly sprechen lässt oder in ihre Rolle als Lehrerfrau Helga schlüpft. Dazu noch das Trio „Wildes Holz“ mit einer rasanten, humorvollen Blockflöten. Show und schon geht es „drunter und drüber“- so lautete der Titel von Kathrin Heinrichs Programm, mit dem sie in ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum startete.
    Im ausverkauften Saal des katholischen Jugendheims zog sie alle Register ihres Könnens, wobei auch ihre Regionalkrimis mit Ermittler Vincent Jakobs nicht fehlten. Es war diese Mischung, die auch diesen Auftritt zu einem Erfolg machte. Drei Charaktere nicht nur überzeugend, sondern vor allem so menschlich darzustellen, dass der graue Alltag auf einmal kunterbunt dargestellt wurde, zeichnet die gebürtige Langenholtausenerin aus. Dabei lässt sie niemanden aus, vor allem sich selbst nicht. Und dies wusste das Publikum zu würdigen.
    Nur eine Pause blieb zum Verschnaufen, denn auch die Musikbeiträge hatten es in sich. Tobias Reisige (Blockflöte), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass) entlockten ihren Instrumenten eine ungeahnte Vielfalt an Klängen und Ausdrucksmöglichkeiten. Auch eigene Kompositionen gehörten zum Repertoire, das mit erstaunlichen Wendungen aufwartete.
    „Tot überm Zaun“ war als neuestes Werk neben Heinrichs bereits bekannten Veröffentlichungen zu erwerben. In ihrem Jubiläumsjahr schuf die Autorin und Kabarettistin ein Buch mit verschiedenen, teilweise auch unveröffentlichten Krimis, die ebenfalls auf Wunsch handsigniert wurden.

Westfalenpost, 19.01.2010

Nach zehn Jahren so gut wie noch nie zuvor

        Kabarettistin Kathrin Heinrichs feiert ihr Bühnenjubiläum mit einer furiosen Show/ „Wildes Holz“ riss die Zuschauer von den Stühlen
Balve.
Kathrin Heinrichs und das „Wilde Holz“, die Autorin und das Musik- Trio. Kann man die beiden eigentlich trennen? Nein, kann man nicht! So durften Tobias Reisige (Flöte), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass) auch beim zehnjährigen Bühnenjubiläum von Kathrin Heinrichs im Pfarrheim nicht fehlen!

        Schließlich begleitet das „Wilde Holz“ die Kabarettistin seit mehr als sechs Jahren und bewies am Wochenende eindrucksvoll, dass der AC/DC- Klassiker „Highway to Hell“ auch auf der Blockflöte fetzt. Und zwar so, dass sich das begeisterte Publikum kaum noch auf den Stühlen halten konnte. Nicht ohne Grund war in der Pause das Wasser bereits ausverkauft. Vielleicht lag es aber auch an den strapazierten Lachmuskeln, die dringend eine Erfrischung benötigten.
    Schuld daran waren die Heinrichs- Höhepunkte aus zehn Jahren Kurzgeschichten, Alltagssatiren und Kabarett, bei denen die wichtigsten Personen natürlich nicht fehlen durften: Zum Beispiel die ehemalige Vorsitzende der ersten Selbsthilfegruppe für Lehrerfrauen in Deutschland, Helga Hammer- Gescheidt, das „Beistellpony“ von Ehemann Bernhard, dessen stürmischste Begegnung der vergangenen Jahre die Nacht von „Kyrill“ war. Oder ihre Tochter Henriette, die sich ausgerechnet Raoul, das personifizierte „Essen auf Rädern“, zu ihrem Schwiegersohn ausgeguckt hat.
    Neben den kultigsten Helga- Nummern war auch die Protagonistin ihrer Kurzgeschichten, Nelly, präsent, die ihrem Mann Vinzenz mit ihrem PMS (Pekloppter Monatlicher Sonderzustand) fast in den Wahnsinn trieb. Eine Pointe jagte die nächste und gemeinsam mit den Musikern sorgte Kathrin Heinrichs dafür, dass der Titel ihres Bühnenjubiläums „drunter und drüber“ in Balve auch Programm war.
    Für viele der mehr als 300 Gäste war es nicht das erste Mal, dass sie Kathrin Heinrichs im Kolpingforum erlebten, das Urteil jedoch fiel noch nie so gut aus: „Kathrin Heinrichs war immer schon gut. Die Leckerbissen aus ihrem Lese- Kabarett- Programm haben alles getoppt!“

Westfalenpost, 12.09.2009

Heinrichs begeistert mit Krimis, Kurzgeschichten und Kabarett

     Ausverkaufte Wilhelmshöhe
zum zehnjährigen Bühnenjubiläum der beliebten Autorin
    Menden.
Volles Haus gestern Abend auf der Wilhelmshöhe. Das Programm von Kathrin Heinrichs begeisterte mehrere hundert Zuschauer.

    Die Karten für die Vorstellung waren binnen weniger Tage restlos ausverkauft. Ein gutes Omen für die überregional bekannte und beliebte Mendener Autorin? Definitiv, denn das Publikum zeigte Kathrin Heinrichs von Anfang an, wie sehr es sie schätzt. Heinrichs bedankte sich dafür mit einem extrem unterhaltsamen Abend.
    Zehn Bücher in zehn Jahren schmücken die Biographie der sympathischen Schriftstellerin und Kabarettistin. Da kam gestern einiges zusammen. Kathrin Heinrichs las ihre persönlichen Höhepunkte aus ihren Sauerlandkrimis um den Lehrer Vincent Jakobs vor. Auszüge aus ihren beiden „Nelly“- Bänden trieben den Zuschauern die Lachtränen in die Augen.
    In all ihren Büchern finden Leser Dinge und Personen, mit denen sie sich irgendwie identifizieren können. Das kann die redselige Großmutter sein, der Vollblut- Schützenbruder, der arrogante Großgrundbesitzer oder die Hausfrau und Mutter, die zwar manchmal am Nachwuchs verzweifelt, ihn aber um nicht in der Welt wieder abgeben möchte. Von allem gab es im Jubiläumsprogramm etwas. Außerdem stellte Kathrin Heinrichs ihr lang erwartetes zehntes Buch vor. „Tot überm Zaun“ ist eine Sammlung von zwölf Kurzkrimis, die im Sauerland und anderen Regionen spielen. Eine Kostprobe aus der Geschichte „Endstation Oeventrop“, eine Reise im Sauerlandexpress, machte sicher Lust auf mehr.
    Wenn Kathrin Heinrichs nicht gerade ihr Talent für Situationskomik auslebte, bekam das Publikum erstklassige Musik von Heinrichs' Hausband „Wildes Holz“. Das Trio begeisterte mit leisen und flotten Melodien auf seinen Holzinstrumenten.

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